Aluminiumfolie

Allgemein

Aluminium ist ein relativ weiches und zähes Metall, dessen Schmelzpunkt bei 660 C° liegt. Die Dichte beträgt mit 2,70 g/cm³ etwa einem drittel von Eisen, was es zu einem Leichtmetall macht. Bezogen auf den Masseanteil ist Aluminium nach Sauerstoff und Silizium das dritthäufigste Element der Erdhülle* und sogar das häufigste in der Erdkruste*. Dennoch ist es verglichen z.B. mit Gold und Silber, das man schon in der Antike kannte, ein sehr junges Metall, das erstmals 1808 als "Aluminium" beschrieben wurde. Auf Grund der Tatsache, dass Aluminium ein sehr unedles Metall ist, welches bei Kontakt mit Sauerstoff sofort oxidiert, gelang dessen Darstellung erstmals 1825 durch Reaktion von Aluminiumchlorid mit Kaliumamalgam. Eine wirtschaftliche, großtechnische Gewinnung ist erst seit Anfang des 19. Jahrunderts mittels Schmelzflusselektrolyse* und der Gewinnung von Aluminiumoxid* aus dem Aluminiumerz Bauxit* möglich. Bis zu diesem Zeitpunkt war Aluminium zeitweise teurer als Gold.

Herstellung

Das aus Bauxit* mittels Natronlauge gewonnene Aluminiumoxid* (Schmelzpunkt 2060 C°) wird zusammen mit Kryolith* eingeschmolzen. Durch die Zugabe von Kryolith* wird der Schmelzpunkt auf etwa 950 C° herabgesetzt. Das bei der Elektrolyse* gewonne Aluminium wird abgesaugt und zu Blöcken geformt. Der Schmelzpunkt des Reinaluminums* liegt jetzt bei 660 C°. Zur weiteren Verarbeitung werden diese Blöcke im Glühofen auf etwa 500 C° erwärmt und auf Warmwalz-Gerüsten bis auf eine Stärke von 6 - 10 mm abgewalzt.

Diese Walzplatten lässt man anschließend erkalten, bevor sie in mehreren Walzschritten auf eine Dicke von 0,6 - 0,8 mm abgewalzt werden. Durch das Walzen verfestigt sich das Aluminium, es wird spröde und hart.

Beim anschließenden Weichglühen bei ca. 400 C° wird es wieder weich und flexibel. Das ist nötig, denn für Aluminiumfolie muss noch dünner gewalzt werden - bis auf Folienstärken von 0,007 - 0,018 mm. Ist die gewünschte Folienstärke erreicht, wird diese auf sogenannte Mutterrollen mit mehreren tausend Meter Lauflänge gewickelt, bevor sie zur Konfektionierung an die verarbeitende Industrie ausgeliefert wird.

Beim Walzen entstehen 2 unterschiedliche Oberflächen, eine glänzende und eine matte, denn bei der Herstellung von besonders dünnen Folien wird aus Gründen der Effizienz zweilagig gewalzt. Während die Außenseiten in Berührung mit den geschliffenen Walzen kommen und dadurch eine relativ glatte, glänzende Oberfläche erhalten, bleiben die Innenseiten etwas mehr aufgeraut und erscheinen dadurch matt. Dies ist rein produktionstechnisch bedingt und spielt bei der Verwendung keine Rolle.

Begriffserklärung:

  • Erdhülle = Umfasst die Atmosphäre, die Hydrosphäre(stehende und fließende Gewässer) und die Biosphäre (Flora und Fauna)
  • Erdkruste = genannt Lithospähre, sie reicht bis in 16 km Tiefe
  • Elektrolyse = Ein Prozess, bei dem elektrischer Strom eine chemische Reaktion erzwingt - Aluminium und Sauerstoff werden voneinander getrennt.
  • Bauxit = ein Aluminiumerz, benannt nach seiner Erstfundstelle Les Baux-de-Provence in Südfrankreich im Jahre 1821.
  • Aluminiumoxid = Sauerstoffverbindung des chemischen Elements Aluminium, auch als Ton-Erde bekannt.
  • Kryolith = ein selten vorkommendes Mineral aus der Klasse der Halogenide mit einem niedrigem Schmelzpunkt von 1012 C°. 1799 in Grönland erstmals gefunden und beschrieben.
  • Reinaluminium = unlegiertes reines Aluminium, Reinheitsgrad zwischen 99,0 und 99,9 m/o, sehr korrosionsbeständig, schweißbar.