Polyethylenfolie

Allgemein

Polyethylen ist ein thermoplastischer Kunststoff, der durch Polymerisation* von Ethylen hergestellt wird. Es ist der weltweit meist hergestellte Kunststoff und wird aufgrund seiner nahezu unbegrenzten Einsatzmöglichkeiten in unzähligen Anwendungen geschätzt.

Herstellung

Polyethylen wird aus Naphthan (=Rohbenzin) gewonnen. Wird Naphthan stark erhitzt, erhält man das gasförmige Ethylen. Dieser Vorgang wird auch als Steamcracken (Dampfspaltung) bezeichnet. In Fabriken wird das Ethylen durch Polymerisation* in Polyethylen umgesetzt. Es entsteht ein warmer, flüssiger Brei, der vor der Erstarrung in eine Platte mit Öffnungen gedrückt wird. Die so erhaltenen Granulat wird als Grundstoff an die verarbeitende Industrie geliefert, welche sie wieder schmelzen und zu den verschiedensten Produkten weiter verarbeiten.

Ausprägungen

Je nach gewünschter Anwendung unterscheidet man:

LDPE = low density polyethylen (Hochdruck-Polyethylen)

  • stark verzweigte Polymerketten mit geringer Dichte zwischen 0,915 g/cm3 und 0,935 g/cm3

  • weich, zäh und flexibel. Eignet sich z.B. für DKT-Tragetaschen, Gefrierbeutel und Schwerlastmüllsäcken.

HDPE = high density polyethylen (Niederdruck-Polyethylen)

  • schwach verzweigte Polymerketten mit hoher Dichte zwischen 0,94 g/cm3 und 0,97 g/cm3

  • größte Festigkeit, geringste Biegsamkeit. Eignet sich z.B. für Hemdchentragetaschen und Müllbeutel.

LLDPE = linear low density polyethylen (lineares Polyethylen niederer Dichte)

  • Polymermolekühl mit kurzen Verzweigungen, die durch Copolymerisation* von Ethylen und höheren a-Olefinen z.B. Octen entstehen.

  • Äußerst zäh und formfest. U.a. werden so dünnere Folien hergestellt, die jedoch die gleiche Reisfestigkeiten aufweisen.

Begriffserklärung:

  • *Polymerisation = chemische Reaktion, bei der fortlaufend Monomere* an ein wachsendes Polymer angegliedert werde, lange Polymerketten entstehen.

  • *Copolymerisation = Verbindung von zwei oder mehreren chemisch unterschiedlichen Monomeren*, wodurch sich zahlreiche Eigenschaften variieren lassen.

  • *Monomere = reaktionsfähige Moleküle, die sich zu unverzweigten oder verzweigten Polymeren zusammenschließen können.